Mit tiefem Vertrauen beschenkt

Was Mitarbeiter in der Hospizarbeit lernen und gewinnen

Jeder, der im Hospizdienst arbeitet, kennt solche Gespräche:
„Was machen Sie – Sterbebegleitung???!  
Das könnte ich nicht!
Das muss aber schwer sein!
Alle Achtung! Das kann nicht jeder!
Wie halten Sie das aus?“

Die unüberhörbaren Abwehrstrategien, die in solchen Äußerungen enthalten sind, sind ein deutliches Indiz für die Angst vor Tod und Sterben in unserer Gesellschaft. Obwohl Fortschritte in der Akzeptanz erkennbar sind, beweisen solche Äußerungen, wie weit wir noch davon entfernt sind, die Endlichkeit allen Lebens als ein Stück Normalität zu verstehen. Und auch die Selbstverständlichkeit des Beistands für Sterbende ist noch längst nicht in unserem Alltag angekommen.
Unausgesprochen und unterdrückt steckt in solchen Äußerungen auch eine Frage nach der Motivation der Begleiter. Die deutliche und direkte Frage müsste lauten: Warum tun Sie das? Warum gehen Sie an Sterbebetten?
In einer Gesellschaft, die Leistung fast selbstverständlich an dem daraus resultierenden Einkommen misst und bewertet, löst ein freiwillig unentgeltlicher Einsatz notwendigerweise Befremden aus.
Wenn schon nicht Geld – wo ist der Nutzen für den, der Zeit und Kraft aufwendet, um Schwerkranken beizustehen und Sterbende auf ihrer letzten Wegstrecke zu begleiten? Kurz: welche Motivation haben Menschen, die sich für Mitarbeit im Hospiz zur Verfügung stellen?

Am Beginn solcher Mitarbeit wird immer die  Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit stehen müssen. Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass das Sterben anderer angenommen werden kann. Tod ist mehr als eine Niederlage der Medizin. Eine Antenne für seine spirituelle Dimension ist sicher unverzichtbar.
Die Freude an sozialem Engagement kann ein weiteres Motiv sein, wenn der Helfer/die Helferin hofft, für Menschen in existentieller Grenzsituation ein Halteseil zu sein. Auch Dankbarkeit für selbst empfangene Hilfe ist zuweilen ein Beweggrund, sich der Hospizarbeit zu verschreiben.
Ungleich einfacher ist es, den Gewinn der Begleitungsarbeit für den Begleiter zu beschreiben. Er erlebt Vertrauen als großes Geschenk, erfährt die besondere Dichte menschlicher Beziehungen in einer Grenzsituation. Das Wichtigste: Wer in der Sterbebegleitung arbeitet, löst sich bewusst von einem Zeitgeist, der Gewinn mit materiellem Gewinn gleichsetzt.
Wenn Sie sich von solchen Perspektiven angesprochen fühlen: sprechen Sie uns an! Wir freuen uns über Menschen, die bei uns mitarbeiten wollen. Sie sind willkommen!
      

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